Jun 30

Hürden und Chancen von virtuellen Welten im Sprachunterricht

Beim 14. Blog Carnival auf WissenWert, stellt der Moderator, Andreas Mertens, die Frage, wie sich virtuelle Welten bezüglich ihrer Akzeptanz und Durchdringung entwickeln werden.

Wenn es um Technologien geht, ist es immer schwierig Voraussagen zu machen, aber ein Blick in die Gegenwart kann vielleicht Hinweise über die Zukunft geben.
SL TLVW Kitchen fire 2010_002
Als Sprachtrainerin habe ich mich überwiegend mit dem Sprachenlehrern und -lernen in virtuellen Welten beschäftigt. Seit 2007 unterrichte ich Englisch und seit 2009 trainiere ich Lehrer im Unterrichten in virtuellen Welten. All dies findet in Second Life statt, vieles kann jedoch auch auf anderer virtuelle Welten übertragen werden.

Wie schon von anderen angemerkt, hat Second Life sich ein bißchen den Ruf verscherzt und viele, die SL nur aus den Medienberichten kennen, können sich wahrscheinlich nicht vorstellen, dass es tatsächlich für ernsthafte Zwecke genutzt wird. Nichtsdestotrotz ist dies zunehmend der Fall, zumindest in der Bildungsbranche. Hier sind es hauptsächlich Universitäten, da deren Tätigkeiten oftmals gut finanziert sind und sie dadurch einen längeren Atem haben und keine schnellen Resultate benötigen. Das mehr und mehr Projekte in virtuellen Welten von Universitäten und auch von der Europäischen Union finanziert werden, ist für mich ein Zeichen, dass viele tatsächlich eine Zukunft in virtuellen Welten für die Bildung sehen.

Gerade im Bereich der Sprachbildung hat sich in den letzten Jahren viel getan. In 2007, als ich mich zum ersten mal in SL eingeloggt habe, waren es überwiegend einzelne Lehrer, ob privat oder an einer Universität, die das Unterrichten in SL auf eigene Faust ausprobierten. Wer etwas detaillierter lesen möchte, wie es wahrscheinlich vielen Lehrern damals ging, kann folgenden (englischen) Blogeintrag lesen: Starting a Second Life

SLExperiments Tool demo 4 Dec 2009_004
Mittlerweile gibt es regelmäßige Sprachlehrertreffen, wo Erfahrungen und Kenntnisse ausgetauscht werden und ess gibt mehr Lehrer, die unterrichten. Wir haben die SLanguages Konferenz, eine Konferenz in der sich alles um das Unterrichten in virtuellen Welten bzw. Second Life, geht. Es gibt EU-finanzierte Projekte wie z. B. Niflar und AVALON. Im Rahmen vom AVALON Projekt haben wir den ersten durch ICC zertifizierten Sprachlehrer-Kurs durchgeführt. Ziel dieses Kurses ist, dass Lehrer einerseits lernen mit Second Life umzugehen, aber vor allem auch lernen, wie sich das Unterrichten in einer virtuellen Welten vom Präsenz- oder anderen Online-Unterricht unterscheidet. Die Lehrer, welche alle qualifizierte und erfahrende Lehrer im “Real Life” sind, müssen in ihrer Präsentation aufzeigen was in ihrem speziellen Fall ihren Unterricht in Second Life rechtfertigt. Der Kurs besteht aus einem theoretischen und praktischen Teil und am Ende muss neben einem schriftlichen Bericht und der Präsentation auch ein Demo-Unterricht stattfinden. Das Ziel ist die Qualität des Sprachenunterrichts in virtuellen Welten zu erhöhen, virtuelle Welten pädagogisch sinnvoll einzusetzen und dadurch den Ruf von Bildung in bzw. durch virtuelle Welten zu verbessern.

Es gibt auch immer mehr Studien, Magisterarbeiten und Fallberichte über das Sprachenunterrichten in virtuellen Welten, welche wir hier sammeln, und ich weiß, dass auch einige an ihrer Doktorarbeit darüber schreiben möchten.

All dies ist für mich ein Zeichen, dass die virtuellen Welten nicht verschwinden sondern Absatz vom Hype mehr und mehr für Bildungszwecke genutzt werden. Dies lässt mich hoffen, dass sich in vielleicht noch ferner Zukunft, diese Technologie normalisieren und zweckgebunden genutzt werden wird und nicht weil es gerade hipp ist.
UNSL 27 Oct_004
Ich sage “in vielleicht noch ferner Zukunft”, da es natürlich auch nach wie vor noch Hindernisse gibt. Der neue SL Viewer ist in vieler Hinsicht ein Schritt vorwärts, aber immer noch zu kompliziert. Es braucht nach wie vor etwas Zeit, die ersten notwendigen Schritte zu erlernen (auch wenn dies nicht die einzige Anwendung ist, wo dies der Falls ist) und es gibt immer noch viele technischen Probleme, vor allem mit der Audiofunktion. Es ist also nicht möglich, dass man im Online- oder Präsenzunterricht sich für eine Aktivität mal schnell in SL einloggt.

Es sind aber nicht nur technische Probleme. Viele Lehrer, haben in SL eine neue Einkommensquelle gesehen. Es wurde ihnen gesagt, dass es dort bereits tausende Schüler gäbe, die in SL Sprachen lernen wollten. Das stimmte auch und ist vielleicht sogar vermehrt der Fall. Jedoch sind nur wenige dieser Schüler bereit, etwas für den Unterricht zu bezahlen. Vielleicht weil ihnen wiederum “versprochen” wurde, dass es in SL viele Gelegenheiten gibt kostenlos seine Sprachkenntnisse zu verbessern. Was eigentlich auch stimmt. Neben der Möglichkeit formellen Unterricht zu nehmen, ist der Hauptreiz der, sich mit Menschen aus anderen Ländern treffen und unterhalten zu können. Auch Unterricht mit qualifizierten Lehrern gibt es oft kostenlos, da viele Lehrer selbst noch am Lernen und Experimentieren sind. Was aber nicht heißen soll, dass kein Geld verdient wird.

Man kann denke ich mit einer gewissen Sicherheit sagen, dass es mehr und vielleicht auch bessere Alternativen zu Second Life geben wird. Es gibt auch mehrere Projekte, in denen virtuelle Welten speziell zum Erlernen einer bestimmten Sprache (z. B. Spanish und Französisch) programmiert werden und ich bin gespannt auf die ersten Beta-Versionen. Sprachenlehrer und -schüler sehen viele einzigartigen Vorteile, die virtuelle Welten für den Sprachenunterricht haben, aber wir sind alle noch dabei zu experimentieren. Es ist und bleibt spannend! 🙂

Jan 25

It’s burning? What now?

A Second Life language lesson using a simulation

As part of the “Teaching Languages in a Virtual World” session, I gave a demo lesson using a kitchen fire simulations (this is a Swiss project and you can reed more about in English here und auf deutsch hier).

The following is a report on of this event including

– an outline of the lesson

– necessary preparations for the teacher

– video recordings of the discussion stage in the lesson

– video recordings of the discussion afterwards including teachers and language  learners.

This is a type of lessons that even teachers who are very new to Second Life and have little or no own resources can do.

Preparation

– fire pits, logs to sit on, fire extinguisher (this is all optional)

– notecard with instructions (placed in firepit(s))

– story and questions for pre-task

Lesson outline

1. Pre-task – 20 – 30 min

Invite everybody to sit around the fire.

SL TLVW Kitchen fire 2010_005

Lead into the lesson by telling a person story:

I like sitting around an open fire and chatting with friends…

But, sometimes things can get out of control. As a kid I was told not to play with fire.  Unfortunately, I didn’t listen and one day, when I was alone, I decided to cook something. But then I got caught up in play and forgot about the food on the stove. There was lots of smoke billowing out of the open window and the neighbours called the fire brigade. Fortunately, they weren’t angry with me but happy that I was all right.

Then ask some of the following questions and encourage students to speak:

Have you ever experienced a fire? Would you like to tell us very briefly?

Have you ever had to extinguish fire? How did you do it? If you saw a fire, what would you do? How would you react? Would you try to extinguish it yourself or call the fire department?

Do you know of any dos and don’ts when trying to put off a fire?

2. Field trip to the simulation – 20 – 30 min

-> Click the firepit to get the notecard with instructions

-> Go through instructions, clarify questions.

Fieldtrip to a Kitchen Fire Simulation

Second Life is an immersive environment and is therefore, often used for simulations that would be too expensive, too dangerous or plain impossible in the physical world (also often called Real Life).

Today, you are going to visit and experience a simulation of a kitchen fire. You will be placed in a situation where a kitchen fire starts and will have to decide how to react. The simulation will show you what the result of your reaction would be and whether it was a good decision or not.

Once you arrive at the location, accept the notecard with instructions that you will be offered in the blue pop-up menu.

Do the simulation together with your partner or your group and decide together how to react. You can do it a 2nd or 3rd time to try out different options.

—-> Make sure you have all the ambient sounds turned up for the best experience (see snapshot)

Sep 30

Church and Mosque by Teleportation

An intercultural event: “Open houses of worship in Second Life”

Islam-Christianity dialogueIn order to promote dialog between Christianity and Islam, Norbert Kebekus from the Archdiocese Freiburg, Christian Kindler from the Department for Media of the Diocese Rottenburg-Stuttgart and I invite to a guided tour of “Virtual Makkah” and the Saint Georg Church in Second Life on 13 October 2009 at 7.30 pm CET. This will be followed by a panel discussion on the educational values of virtual worlds. This event is in German.

This is the German press release:

Kirche und Moschee per Teleport: Interkulturelle Begegnung bei der Aktion „Offenes Gotteshaus im Second Life“


Eine Aktion in der Online-Welt Second Life will den Dialog zwischen Islam und Christentum fördern. Unterstützt von der MFG Baden-Württemberg, Innovationsagentur des Landes für IT und Medien, laden Christian Kindler von der Fachstelle Medien der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Internetseelsorger Norbert Kebekus von der Erzdiözese Freiburg und die Muslima Nergiz Kern am 13. Oktober zu Führungen im virtuellen Mekka und in der Second Life-Kirche St. Georg ein. Die Aktion beginnt ab 19:30 Uhr mit einem Come together auf der
“Baden-Wuerttemberg”-Sim im Second Life. Nach virtuellen Rundgängen in Mekka und der Kirche St. Georg trifft man sich hier zu einer Podiumsdiskussion wieder, um über den Bildungswert virtueller Welten zu sprechen.


Parallel zum Event in Second Life lädt die Katholische Erwachsenenbildung Ludwigsburg am 13. Oktober ab 19:00 Uhr zu einer Begleitveranstaltung ins Haus Edith-Stein, Parkstraße 34 in Ludwigsburg-Hoheneck, ein. Nach einer kurzen Einführung ins Second Life können die Teilnehmer die Führungen in den offenen Gotteshäusern an einer Großbildleinwand mitverfolgen und sich über einen „Anwalt des Publikums“ an den Gesprächen im Second Life beteiligen. Der Medienpädagoge Christian Kindler von der Fachstelle Medien der Diözese Rottenburg-Stuttgart wird vor Ort und mit seinem „Avatar“ im Second Life die Schnittstelle zwischen Real-Life und der virtuellen Welt bilden. Zu dieser Veranstaltung sich besonders Interessierte eingeladen, die sich über die Möglichkeiten virtueller Welten informieren möchten oder die einfach einmal das “Second life” erleben möchten. Näheres untern www.keb-ludwigsburg.de.

Seit Einführung des „Second Life“ im Jahr 2003 haben zahlreiche Religionsgemeinschaften die Chance wahrgenommen, sich in der virtuellen Welt mit repräsentativen Bauten darzustellen und mit kommunikativen Angeboten für sich zu werben. Dabei nutzen sie vor allem den Vorteil niedriger Zugangsschwellen. Unverbindlich können sich die Second Life-Nutzer an Orte „teleportieren“, die im „Real Life“ unzugänglich bleiben und sich geschützt durch die Maske des Avatars (digitaler Stellvertreter) über fremde Kulturen informieren.

Die MFG Baden-Württemberg gehört zu den führenden Innovationsagenturen für IT und Medien in Europa mit Schwerpunkt Informationstechnologie, Software, Telekommunikation und Creative Industries. Ziel ist die Vernetzung von Kreativwirtschaft und Technologiebranchen zur Stärkung des deutschen Südwestens, zur Förderung von Kooperationen in Europa und zur Unterstützung globaler Zusammenarbeit. Im Rahmen des Virtual Worlds & Digital Games Lab ist sie mit ihrem MFG Innovation Park bereits seit 2007 in der virtuellen Welt Second Life vertreten. Dort ermöglicht sie baden-württembergischen Hochschulen und jungen Kreativen, kostenfrei neue Formen des Lernen, der virtuellen Zusammenarbeit und der Kommunikation im dreidimensionalen Internet zu erforschen. Für die Aktion Offenes Gotteshaus stellt die MFG einen Lernparcours zur Verfügung, auf dem Second Life-Neulinge üben können, sich in der virtuellen Welt zu bewegen. Weitere Informationen über die Aktivitäten in Second Life finden Sie unterhttp://virtualworlds.mfg.eu.

Die Erzdiözese Freiburg lotet als erstes katholisches Bistum weltweit die pastoralen Möglichkeiten virtueller Online-Welten aus. In der virtuellen Kirche St. Georg, die nach dem Vorbild der romanischen Kirche St. Georg auf der Reichenau gestaltet wurde, bietet das Secondlife-Team der Erzdiözese regelmäßig Bildungsveranstaltungen und Gebetszeiten an. Weitere Informationen finden Sie unter:www.kirche-in-virtuellen-Welten.de

Frau Nergiz Kern besitzt das Cambridge University Diplom für Englische Sprache in der Erwachsenenbildung. Sie ist Muslima und arbeitet als selbstständige Sprachlehrerin unter anderem in der 3D Welt Second Life. In der Lehrerfortbildung arbeitet Kern mit Sprachlehrer an Möglichkeiten, wie diese Web 2.0 Anwendungen und die 3D-Plattform Second Life zum Lehren und Lernen nutzen können. Sie ist an der University von Manchester eingeschrieben und macht den Master– Studiengang “Bildungstechnologie und TESOL (Teaching English to Speakers of Other Languages)”. In der 61. Ausgabe des Fachmagazins English Teaching Professional, vom März 2009, wurde ihr Artikel „Starting a Second Life“ veröffentlicht. All ihre Erfahrungen, Reflexionen und Stundenpläne teilt sie in ihrem Blog http://slexperiments.edublogs.org mit.

Jul 14

Summary of my SLTalk presentation

Last Thursday, I was invited by Andreas Mertens, SLTalk.de to give a presentation on Language Learning in Virtual Worlds to a very diverse audience of around 13 professionals in different fields (3 SLTalk staff, two SL/RL authors, vice director of a school, consultants, a further education office, a culture manager, mfg innovation, and others). The presentation was in German.

I started my presentation with the statement “Language learning in Second Life is possible” and asked my audience to show me their opinions (rather than say or type them) by walking into one of the 5 sections of the Opinonator ranging from strongly agree to strongly disagree. I was positively surprised to see everybody in either strongly agree or agree. So, I did not have to persuade anybody of the value of SL for language learning 🙂

I then asked the participants to collaboratively come up with answers to the question why language learning in SL is possible before showing them my slide. I was once again surprised and happy to see all the reasons they came up with:

  • visual context
  • every day situation
  • you can hear native speakers
  • immersion
  • compared to a physical classroom, you can show more situations/settings
  • group pressure similar to a class situation (I asked for clarification here: if you study with a group of people in SL instead of alone, there is a bit of positive group pressure that helps the learner to continue and stay motivated)
  • learning through experience
  • fun

After so much enthusiasm and ideas in favour of learning languages in SL, I almost hesitated to ask my next question: “Why might learning a language in SL be not a good idea?” My aim was to have the participants think about what needs to be considered when learning or teaching in SL rather than finding reasons not to use it. Here are their answers:

  • complicated to use
  • steep learning curve of SL
  • struggling to take SL seriously (for those who think it is a game)
  • you can’t see the speaker’s (teacher or learner) mouth – difficult to show how a word is pronounced
  • takes a lot of effort to learn to use SL (this person added: I know several people who would even have problems installing it).
  • needs a powerful PC
  • lesson preparation probably takes long
  • age restriction

This showed me that the participants were well aware of the possibilities as well as limitations of Second Life. At this point, I showed a mindmap with an overview of my presentation.

Because they had already mentioned most of the points about the “Why?”, I could quickly move to the second section, the “How?” showing some snapshots of my previous classes and some student feedback. This section was divided into formal and informal learning with many examples for both.

The third section was about the teacher and teacher development in SL. I mentioned SLExperiments, VWLL, official organisations like EUROCALL and CALICO, who have their joint HQ in SL, and EU-funded AVALON and Niflar projects.

My reason for using the Opinionator at the beginning was not only to make my presentation more interactive and SL-like but also to present some of the tools I use in my classes by using them during this presentation. Other tools I used or demonstrated were

  • a slide presenter and a pictureboard (both creaeted by Dudeney Ge aka Gavin Dudeney),
  • the prim pointer that can be positioned in front of any viewer to point at specific areas or information on a slide.
  • physical cubes with hover text that can be pushed on different field with categories that I made for a matching exercise in a Business English session (see picture below)
  • the BrainBoard
  • and, of course, a Builder’s Buddy scene ( I chose Anna’s Italian kitchen scene).

The participants asked questions and commented throughout the session and once they had stood up to use the Opinonator, most kept standing with me on the stage, which made it feel like we were all doing the presentation together rather then me speaking alone, which i quite enjoyed.

Special thanks to Tobias Würtz, SLTalk for providing the snapshots.